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Die Mäusestrategie für Manager Veränderungen erfolgreich begegnen

by Spencer Johnson; Gaby Turner

  Print book  |  40. Aufl

Das Buch ist reine Profitgier   (2018-03-05)

Poor

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by leotoepperwein@googlemail.com

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<h1 class="western">Spencer Johnson: Die Mäuse-Strategie für Manager. Eine Kritik </h1>

Spencer Johnson beschreibt in seiner Geschichte der Mäuse-Strategie nichts neues. Die Quintessenz der Geschichte bewegt sich in etwa zwischen der Weg ist das Ziel und carpe diem . Man könnte es auch anders ausdrücken: Von Nichts kommt nichts.

Diese Erkenntnis, so wahr sie auch ist, ist eine, die basaler nicht sein könnte. Jede jahrtausende alte Religion greift sie auf und verwirklicht sie bereits.

Grundproblematisch an dem Buch ist nicht der wahre Kern, sondern der Erwartungsdruck, der in Einleitung und Rahmengeschichte aufgebaut wird. Es wird einem eine lebensverändernde Erkenntnis versprochen und eine Binsenweisheit geboten.

Davon abgesehen kreiert Johnson eine normative Handlungsempfehlung, mit Namen Knobel, die nebenbei seine lebensphilosophische Grundeinstellung offenbart: Nur durch Leistung kann im Leben etwas erreicht werden. Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied. Es ist eine Geschichte des Egoismus und der Legitimation der Leistungsgesellschaft (auf waghalsige Weise legitimiert, lässt Knobel seinen ehemaligen Freund Grübel in seiner Misere sitzen – er hat es sich nicht anders verdient). Die wahren Fragen (um ganz in der Geschichte zu bleiben: Woher kommt der Käse? Und macht Käse essen alleine glücklich?) werden weggewischt. Sie sollen um des Glückes willen nicht gestellt werden. Im Gegenteil: Die Gegebenheit soll einfach akzeptiert werden. Arbeitnehmerrechte und Mindestlohn zum Beispiel, gäbe es nach dieser Philosophie nicht. Oft wird in der Rahmengeschichte davon geschrieben, dass einem der Käse weggenommen wurde. Aus der Geschichte folgt, dass das grundsätzlich selbstverschuldet passiert – man hat ihn schlichtweg aufgegessen. Die Frage nach der Legitimität ist aber eine durchaus berechtigte Frage. Man darf sich nicht von ihr aufhalten lassen und sollte sie trotzdem stellen! Es ist wichtig und richtig sich darauf verlassen zu können sich abends in das eigene Bett legen zu dürfen. Beschwert man sich nicht, wenn es einem plötzlich genommen wird, hat man wohl die höchste Stufe eines obrigkeitshörigen willenlosen Wesens erreicht.

Die Geschichte handelt auch vom blinden Konsum. Keine Nachhaltigkeit und kein Maßhalten spielen eine Rolle. Der Konsum wird optimiert und nicht befriedigt. Das Ziel ist immer mehr und mehr. Probleme menschlichen Handelns müssen überwunden werden. Kahneman wäre stolz und hätte einen passenden Nudge parat.

Bleibt zum Schluss die Frage, ob Johnson seine Geschichte für großartig hält, oder die Leser für engstirnig genug seine Erkenntnis nur so zu verstehen. Oder, ob nicht doch nur kommerzielle Interessen im Vordergrund standen.




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